DVB-T: Das Digitale Antennenfernsehen: Start am 26. Oktober 2006
- Startschuss fällt in Wien sowie den Landeshauptstädten und Umgebung
- Ausreichend förderfähige DVB-T Endgeräte im Handel
- mhp MultiText geht on Air
Ab 26. Oktober 2006 geht's los: Das digitale Antennenfernsehen startet in Österreich und eine neue Fernseh-Ära beginnt. Im ersten Schritt werden Wien sowie die Landeshauptstädte und Umgebung mit den digitalen Signalen von ORF 1, ORF 2 und ATV versorgt. Ein mehrmonatiger Analog-Digital-Parallelbetrieb gibt Zeit zur Umstellung. DVB-T (Digital Video Broadcasting - Terrestrial) stellt die Grundversorgung mit Antennen-TV-Empfang in Österreich sicher, ohne laufende Kosten für die Konsumenten. DVB-T bringt den TV-Konsumenten neue Möglichkeiten, wie mhp MultiText und portablen Empfang.
Die Einführung des digitalen Antennenfernsehens in Österreich ist Teil einer gesamteuropäischen Initiative mit dem Ziel, die TV-Übertragung in allen Mitgliedsländern der Europäischen Union bis 2012 zu digitalisieren. "Die Umsetzung des digitalen Antennenfernsehens ist ein sehr wichtiger Schritt für Österreich", führt Michael Wagenhofer, Geschäftsführer Digitales Fernsehen Förder GmbH aus. "Der terrestrische Übertragungsweg sichert den freien Zugang und damit die mediale Grundversorgung der Bevölkerung flächendeckend in ganz Österreich."
70 Prozent Österreichs ab 26. Oktober 2006 digital versorgt
Bereits ab dem Start des digitalen Antennenfernsehens werden 70 Prozent der österreichischen Haushalte DVB-T empfangen können. Im Anschluss werden Schritt für Schritt alle weiteren Gebiete Österreichs umgestellt. Ende 2008 sollen 90% der Haushalte mit DVB-T versorgt sein. 2010 soll der DVB-T Ausbau abgeschlossen sein: Dann werden mehr als 95% der heimischen Haushalte DVB-T Empfang haben, was der heutigen analogen Abdeckung entspricht.
Von der Umstellung betroffen sind alle TV-Haushalte, die ORF und ATV über Antenne empfangen. Das sind auch jene, die ausländische Programme über Analog-SAT empfangen, da auch sie die österreichischen Programme via Antenne nutzen. Nicht betroffen sind TV-Geräte, die an Digital-SAT oder Kabel angeschlossen sind. DVB-T bietet sich aber für jene Haushalte an, die Zweitgeräte in Verwendung haben, welche nicht über Digital-SAT mit ORF Digital Smart-Card oder Kabel versorgt werden.
In welchen Gebieten der DVB-T Empfang möglich ist, zeigt ab Anfang Oktober eine Kartenapplikation im Internet. Unter http://www.dvb-t.at ist ab 2. Oktober 2006 eine Empfangsprognose online, die nicht nur Informationen dazu liefert, wo und welchem Sender DVB-T empfangen werden kann, sondern auch welche Art von Antenne (Zimmer-/Außen-/Dachantenne) benötigt wird und auf welchem Kanal das DVB-T Signal übertragen wird.
Parallelphase bietet Zeit zum Umstieg
Während einer mehrmonatigen Parallelphase, in der ORF 1, ORF 2 und ATV gleichzeitig analog und digital übertragen werden, haben die Haushalte Zeit, ihre Empfangsgeräte auf digitalen Empfang um- bzw. aufzurüsten. In den Regionen, die nicht ab 26. Oktober 2006 mit DVB-T versorgt werden, bleibt vorerst alles beim alten.
Die finale Umstellung auf DVB-T startet im März 2007: Beginnend im Westen Österreichs, also Vorarlberg und Tirol werden bis zum Sommer 2007 die analogen Kanäle in den Landeshauptstädten abgeschaltet.
DVB-T Prüfzeichen stellen digitalen Empfang sicher: Ausreichend TÜV zertifizierte DVB-T Endgeräte im Handel verfügbar
Um das digitale Antennenfernsehen empfangen zu können, benötigen TV-Konsumenten einen DVB-T Empfänger, der das digitale Signal umwandelt und als Bild und Ton sowie als multimediale Dienste wiedergibt. Diese sind in verschiedenen Formen im Handel und Fachhandel verfügbar.
Die Konsumenten sollten beim Erwerb eines DVB-T Empfängers auf die DVB-T Prüfzeichen achten. Diese werden vom TÜV Österreich an alle DVB-T Empfänger vergeben, die gewisse definierte Merkmale, so genannte Spezifikationen, erfüllen und dadurch sicherstellen, dass die Angebote von ORF 1, ORF 2 und ATV problemlos digital über Antenne empfangen werden können.
An die zehn verschiedene DVB-T Endgeräte wurden mittlerweile vom TÜV Österreich geprüft und haben das farbige DVB-T Prüfzeichen, das die Eignung für mhp MultiText kennzeichnet, erhalten und sind somit auch förderfähig. Weitere TÜV zertifizierte Geräte werden in den kommenden Wochen in den Handel kommen. Damit ist eine ausreichende Auswahl an DVB-T Endgeräten für die Konsumenten verfügbar.
Vergeben werden die DVB-T Prüfzeichen vom TÜV Österreich in zwei Typen: in schwarzweiß und in Farbe. DVB-T Empfänger mit einem schwarzweißen DVB-T Prüfzeichen unterstützen den Empfang. DVB-T Empfänger, die mit einem farbigen DVB-T Prüfzeichen gekennzeichnet werden, erlauben dem Zuseher, das digitale Antennenfernsehen zu empfangen und multimediale Zusatzdienste zu nutzen.
Einige neue Fernsehgeräte, so genannte IDTV (Integrated Decoder), haben bereits einen DVB-T Tuner integriert. Um ein bereits vorhandenes TV-Gerät weiter zu verwenden, wird eine so genannte DVB-T Box benötigt, die zwischen Antenne und Fernsehgerät geschaltet wird. Außerdem ist DVB-T portabel zu empfangen, etwa mit DVB-T USB Stick am Computer oder mit Portables, also kleinen tragbaren Fernsehern.
Die Förderung der mhp MultiText Endgeräte
Die RTR-GmbH vergibt zwei Arten von Förderungen, um der Bevölkerung den Einstieg in die digitale Zukunft zu erleichtern: Sie unterstützt alle Rundfunkgebührenbefreiten Haushalte sowie die ersten 100.000 Frühumsteiger in den DVB-T Versorgungsgebieten jeweils mit einer Förderung von EUR 40 beim Erwerb eines mhp MultiText-fähigen DVB-T Endgeräts, das über ein farbiges DVB-T Prüfzeichen vom TÜV Österreich verfügt.
Alle Haushalte, die bei der GIS registriert sind und in einem DVB-T Versorgungsgebiet wohnen, erhalten einen Gutschein bzw. eine Gutschein-Anforderungskarte zugeschickt. Den Gutschein zur Frühumsteigerförderung erhalten die GIS-Haushalte, die ab 26. Oktober 2006 in DVB-T Versorgungsgebieten liegen. Die ersten 100.000 Haushalte, die damit bis 31. Dezember 2006 einen mhp MultiText-fähigen Empfänger kaufen, erhalten die Förderung. Haushalte, die von der Rundfunkgebühr befreit sind, erhalten eine Anforderungskarte, mit der sie ihren Gutschein bestellen können. Ihr Gutschein ist dann bis Mitte 2007 gültig.
Farbiges DVB-T Prüfzeichen bringt mhp MultiText
Mit dem digitalen Antennenfernsehen startet auch mhp MultiText, die multimedialen Zusatzdienste von ORF und ATV.
Alle DVB-T Endgeräte mit farbigem DVB-T Prüfzeichen stellen nicht nur den digitalen Empfang der Fernsehprogramme von ORF und ATV sicher, sondern ermöglichen auch die Nutzung der multimedialen Zusatzdienste der Broadcaster: ORF OK und ATV OK.
Diese Weiterentwicklung des Teletexts sorgt, basierend auf dem internationalen Standard mhp (Multimedia Home Platform) für mehr Information und Unterhaltung.
mhp MultiText bietet umfassende Information durch den Aufbau aus Text und Bild und die Bedienung ist dank übersichtlich gestalteter Oberfläche einfach und komfortabel. Die Bild-in-Bild Funktion sorgt außerdem dafür, dass die Zuseher nichts vom aktuellen TV-Programm verpassen, während sie die Inhalte des mhp MultiText nutzen. Verschiedene Angebote stehen zur Verfügung: Sie reichen von aktuellen Nachrichten und Wetter über Sport bis hin zu Spielen und vertiefenden Sendungsinformationen und sind in jeweils eigenen so genannten Portalen verfügbar.
Der Electronic Program Guide (EPG), der von der ORS angeboten wird und ebenfalls auf dem mhp-Standard basiert, zeigt, was läuft: Er liefert auf einen Blick alle Informationen zu den TV-Programmen, die via DVB-T übertragen werden.
Mehr Programm mit DVB-T
Ab Herbst 2006 startet die digitale Übertragung über Antenne mit den Programmen ORF 1, ORF 2 und ATV. Weitere Programme sollen ab Mitte 2007 folgen: Diese werden im Rahmen einer Ausschreibung gewählt werden. Die Übertragung weiterer Programme wird deshalb möglich, weil die Umstellung auf digitale Übertragung die effizientere Nutzung der vorhandenen Frequenzen erlaubt: Mit DVB-T werden drei TV-Programme und digitale Zusatzdienste statt einem analogen TV-Programm auf einem Sendekanal transportiert. Dadurch werden Frequenzen für zusätzliche Programme frei und dies führt letztlich zu mehr Programmvielfalt.
Störungsfreie Bilder, klarer Ton
Während die Qualität der analogen Bilder oft durch das Wetter oder den Empfangsstandort negativ beeinflusst wurde, kennt der digitale Empfang nur eine Qualität: Wer seine Antenne im Versorgungsgebiet eines DVB-T-Senders platziert, erhält ein gutes Bild. Flimmerkiste und damit Geisterbilder und Bildrauschen sind so Schnee von gestern. Außerdem wird der Ton klarer.

Michael Wagenhofer, Geschäftsführer Digitales Fernsehen Förder GmbH
(c) DFFG, A.C. Schiffleitner

Dr. Alfred Grinschgl, Geschäftsführer RTR-GmbH
(c) DFFG, A.C. Schiffleitner


